Ankoppel- bzw. Adaptiv-Handbikes

Typenkunde Spezialfahrräder, Rollstuhlzuggeräte und Handbikes

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Wie der Name schon sagt, wird diese Mobilitätshilfe an den vorhandenen Rollstuhl angekoppelt. Dafür hat sich leider kein einheitliches System durchgesetzt, stattdessen hat jeder Hersteller sein eigenes entwickelt. Da es inzwischen sehr viele Anbieter von Adaptiv-Handbikes gibt, ist der Variantenreichtum groß. Kompatibel sind die Systeme untereinander aber nie.
Rollstuhl mit Handbike
© Triride
Handbikes

Dabei ist das Prinzip des Ankoppelns in allen Fällen nahezu gleich. Damit das Adaptiv-Handbike mit dem Rollstuhl verbunden werden kann, muss an diesen ein Adapter angebracht werden. Genau dieser variiert aber von Hersteller zu Hersteller. Grundsätzlich können Systeme mit einer zentralen Anbindung unterhalb der Sitzfläche und solche mit einer seitlichen Anbindung rechts und links am Rahmen unterschieden werden. Beide Systeme haben Vor- und Nachteile.

Um das Handbike anzukoppeln, fährt man mit dem Rollstuhl nahe heran. Anschließend wird die Befestigungseinheit des Handbikes mit dem Adapter am Rollstuhl verbunden und fixiert. Zuletzt wird der Rollstuhl – manchmal mit Unterstützung einer speziellen Technik – etwas nach hinten gekippt, bis die Lenkräder etwa fünf Zentimeter über dem Boden schweben. Das ist erforderlich, weil die kleinen Lenkräder bei höheren Geschwindigkeiten flattern oder sogar abbrechen würden. Fertig!

Dieser Vorgang erfordert nur wenige Handgriffe und ist in den meisten Fällen auch mit eingeschränkter Handfunktion gut durchzuführen. Dadurch sind Adaptivhandbikes ein idealer Begleiter im Alltag. Beim Einkaufen oder dem Restaurantbesuch kann man das Handbike einfach und schnell abkoppeln, irgendwo anschließen und dann mit dem Rollstuhl weiterfahren. Zudem sind die meisten Geräte recht kompakt, sodass sie ohne Probleme in einem großen Kofferraum mitgenommen werden können.

Allerdings haben alle Handbikes das Problem, dass sie nur wenig Traktion auf dem vorderen Rad haben. An Steigungen und auf glitschigen oder sandigen Wegen kann das dazu führen, dass das Rad durchdreht. Um das zu verhindern, gibt es für einige Rollstühle Radstandsverlängerungen, die zu einer Veränderung der Statik führen. Diese Idee ist zwar prinzipiell gut, tilgt aber auch einige Vorteile eines Adaptiv-Handbikes, weil einige Umbauten vorzunehmen sind, bevor man losfährt und nachdem man angekommen ist.

Wurden Adaptiv-Handbikes noch vor einigen Jahren rein manuell betrieben, ist heute die Mehrzahl mit einem elektrischen Zusatzmotor ausgestattet, der die Fahrt wie bei einem Pedelec unterstützt oder wie bei einem Rollstuhlzuggerät phasenweise komplett übernimmt. Das ist durchaus sinnig, um dem Nutzer noch mehr Mobilität und Freiheit zu ermöglichen. Manchmal lässt sich der Motor sogar an alten, manuellen Geräten nachrüsten. Wer lieber ganz sportlich unterwegs ist, findet aber auch heute noch Geräte ohne Motor.

Zielgruppe:

Adaptivhandbikes sind die Allrounder unter den Hilfsmitteln und eignen sich für sehr viele Behinderungsarten. Oftmals können über das umfangreiche Zubehör oder den Sonderbau passgenaue individuelle Umbauten vorgenommen werden.

(Text: Volker Neumann)

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Rollstuhl mit Handbike
Handbikes
© Triride

PRO

  • therapeutischer und gesundheitlicher Nutzen bei manuellem und Pedelec-Betrieb
  • integrativ, weil gemischte Touren ermöglicht werden
  • schneller Ankoppelvorgang am bestehenden Rollstuhl
  • hohe Flexibilität unterwegs
  • relativ handlich und leicht, dadurch gut transportabel, unter Umständen sogar im Flugzeug
  • großes Angebot an gebrauchten Geräten
  • auch in Fußgängerzonen und sogar einigen Innenräumen noch nutzbar
  • viele behinderungsbedingte Anpassungen möglich

CONTRA

  • konstruktionsbedingte Traktionsprobleme mit dem Vorderrad
  • wegen des hohen Schwerpunkts Kippgefahr bei schnellen Kurvenfahrten
  • stabiler Rollstuhl nötig, der die höheren Belastungen aushält
  • Anbauten am Rollstuhl nötig

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