Integrations- und Selbstfindungsmotor

Sport bietet Menschen mit Behinderung viel mehr als nur Bewegung

Keine Angst, wir wiederholen hier nicht ausführlich, was Sie eh schon über Sport wissen und gewollt oder ungewollt an jeder Straßenecke und in vielen Medien mitgeteilt bekommen: Dass Sport gesund ist, ist eine Binsenweisheit. Nein, hier geht es um das, was Sport ganz nebenbei leisten kann, insbesondere für Menschen mit Behinderung. Gerade für Neulinge ist es wichtig, diesen Zusatznutzen zu erkennen, um nicht vorschnell ein Urteil zu fällen. Bleiben Sie also geistig und körperlich beweglich!
Männer die Sitzvolleyball spielen
(c) Andi Weiland, Gesellschaftsbilder.de
Sport ist mehr als nur Bewegung

Wer aufgrund einer Erkrankung oder eines Unfalls in einer Rehaklinik landet, kann dort dem Sportangebot nicht entrinnen. Meistens ist Sport ohnehin ein fester Bestandteil des Rehaprogramms, oftmals begegnet man dort aber auch Menschen mit Behinderung, die die Sportanlagen der Rehaklinik regelmäßig nutzen, zum Beispiel die regionalen Rollstuhlbasketballvereine oder die Schwimmer. Anfänger (vor allem die, die schon ohne Behinderung eher unsportlich waren) rollen dann gerne leicht genervt mit den Augen. Schon wieder soll Sport also alles besser machen. Also alles wie immer. Doch hier liegt der Fall tatsächlich anders, sodass es sich lohnt, sich zumindest mal auf das Angebot einzulassen.

Wichtig dabei ist, damit so früh wie möglich anzufangen. Klar, sich fit zu halten, ist immer eine gute Idee, aber hierbei geht es noch um etwas anderes. Denn beim Behindertensport trifft man häufig alte Hasen, die gerne bereit sind, ihre Erfahrungen weiterzugeben. Dabei geht es keineswegs nur um den Sport selbst, sondern auch um viele alltägliche Fragen, etwa wie man von einem Rollstuhl in den anderen umsetzt, welcher Autoumbau gut geeignet ist oder wie die eine oder andere Kostenübernahme von Hilfsmitteln besser gelingt. Der Kontakt zu anderen Menschen mit einer ähnlichen Geschichte kann also viele ganz lebenspraktische Vorteile bringen.

Durch kleine Erfolge zu mehr Selbstwirksamkeit

Auch die Psyche kann von einer solchen Maßnahme enorm profitieren. Viele Menschen, die sich neu damit auseinandersetzen müssen, fortan behindert zu sein, neigen dazu, ihren Selbstwert zu gering einzuschätzen und eher trübe in die Zukunft zu blicken. Im Kontakt mit anderen Menschen mit Behinderung, die mitten aus dem (erfüllten) Leben kommen, kann man hautnah erleben, dass die neuen Voraussetzungen nicht das Ende aller Träume bedeuten müssen. In einem solchen Umfeld kann man Selbstwertgefühl und Selbstverständlichkeit im Umgang mit der Behinderung auf wohltuende Weise erleben und so seine eigene Motivation und Zuversicht verbessern.

Hinzu kommt, dass der Sport oftmals relativ schnelle Erfolge ermöglicht. Menschen, die sich nach Eintritt ihrer Behinderung eher auf das Fokussieren, was sie nun nicht mehr können, erleben rasch, dass sie dennoch viele andere Möglichkeiten haben. Hier kann der Sport zu einer anderen Selbstwahrnehmung beitragen und das Gefühl der Selbstwirksamkeit fördern. Natürlich kann nicht jeder ein Weltmeister oder Paralympicssieger werden. Aber schon kleine Erfolge und Fortschritte können helfen, mehr Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten auch außerhalb des Sports zu entwickeln.

Probieren geht über studieren

Wer nicht die Gelegenheit hat, in einer Rehaklinik mit dem Behindertensport erste Erfahrungen zu sammeln, kann dafür lokale Angebote nutzen. Über Suchmaschinen im Internet, auf der Internetseite des Deutschen Behindertensportverbands (www.dbs-npc.de), in unserer Ausgabe „Sport mit Handicap“ (s. Kasten) sowie bei örtlichen Sportvereinen finden sich viele Informationen dazu. Berührungsängste sollten Sie dabei überwinden, denn viele Vereine freuen sich über jeden, der mitmacht. Probieren Sie ruhig aus, ob Basketball, Bogenschießen, Handbiken oder eine ganz andere Sportart am Ende das Richtige für Sie ist.

(Text: Paul Nebel)

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(c) Andi Weiland, Gesellschaftsbilder.de
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