Wo kauft man am besten sein Elektromobil?

Internet, Baumarkt oder Fachhandel

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Wer seinen Scooter selbst bezahlen muss, hat verschiedene Möglichkeiten, um sich ein solches Gerät anzuschaffen. Manchmal locken Baumärkte mit Modellen, die so billig sind, dass der Preisunterschied zu Produkten aus dem Fachhandel kaum erklärbar scheint. Zwar ist auch bei Elektromobilen nicht automatisch alles gut, was teuer ist. Doch auch bei allzu günstigen Angeboten sollten Sie vorsichtig sein.
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Wo kauft man sein Elektromobil?

Eine Zeit lang sah man Billigscooter für rund 1.000 Euro in vielen Bau- und sogar in großen Supermärkten. Dass das immer seltener der Fall ist, hat einen guten Grund: Die Qualität dieser Geräte war einfach so miserabel, dass viele deutsche Händler für die Reklamations- und Garantieleistungen bares Geld drauflegen mussten. Die Dummen waren am Ende Käufer und Verkäufer gleichermaßen, weshalb man die Billigscooter inzwischen kaum noch in Baumärkten sieht. Im Internet und von einigen kleinen Händlern werden sie indes immer noch fleißig angeboten.

Doch was spricht eigentlich genau gegen solche Billigimporte? Auf den ersten Blick sehen die Geräte meistens ganz ordentlich aus und auch eine kurze Probefahrt ist oftmals durchaus überzeugend. Doch die Liste der zu erwartenden Mängel ist bei solchen Superbillig-Importen lang und man kann darauf wetten, dass mindestens einer dieser Fehler recht bald auftreten wird. Ein beliebter Trick ist zum Beispiel, die Fahrzeuge nicht mit hochwertigen Akkus auszustatten, sondern mit billigen Autostarterbatterien. Diese einfachen Blei-Akkus reichen für das Starten eines KFZ aus, unter Dauerbelastung kommen sie jedoch binnen Tagen an ihr Ende. Zwar kann man die Billigakkus recht einfach gegen hochwertige austauschen, dafür fallen jedoch schnell Kosten von mehreren hundert Euro an.

Schlechtes Material und fehlende Ersatzteile verderben den Spaß

Aber auch die Reifen machen oft beim ersten Plattfuß große Probleme, weil sie Größen haben, die in Fernost gebräuchlich sein mögen, hier aber kaum erhältlich sind. Hinzu kommt, dass die Reifen oft nur aus einem dünnen, minderwertigen Gummi gearbeitet sind. Ein häufiges Übel sind auch eher für asiatische Leichtgewichte bemessene, sehr dünn dimensionierte Rahmen aus mangelhaftem, natürlich nicht rostgeschütztem Stahl. Diese sind obendrein häufig schlecht verschweißt, sodass der Rahmen des Scooters bei der ersten ernsthaften Belastung schlicht durchbricht.

Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, zum Beispiel wenn ein Lager (die nicht selten aus Plastik gefertigt sind) bricht, der Motor erst Geräusche macht, dann stinkt und schließlich den Geist aufgibt, oder auch nur die Elektronik spinnt. Man kann sich leicht vorstellen, wie groß die Chancen sind, dass der Baumarkt, bei dem man das Fahrzeug gekauft hat, die notwendigen Ersatzteile in China organisieren und sie nachher auch noch montieren kann. Das kann zu viel Ärger und wochenlangen Ausfallzeiten führen. Immerhin darf man bei Baumärkten und Discountern darauf hoffen, dass man nach wiederholten Defekten sein Geld anstandslos zurückerstattet bekommt. Viele kleine Händler sind aber längst wieder vom Markt verschwunden, sobald ein Schaden auftritt.

Internet: Nur gucken, nicht anfassen!

Was viele deutsche Großmärkte dazu bewogen hat, sich aus dem Scootermarkt zurückzuziehen, ist für viele Internethändler kein Hindernis. Sie sind auf das schnelle Geld aus und im Zweifel schon längst nicht mehr auffindbar, sobald die ersten Reklamationen eintrudeln. Hier zu versuchen, durch eine Klage sein Geld zurückzubekommen, ist meistens aussichtslos. Hinzu kommt, dass das Internet immer den Nachteil hat, dass Sie die Geräte nicht anschauen und Probe fahren können. Insbesondere wenn Sie noch keine klare Vorstellung davon haben, welches Fahrzeug für Sie am besten geeignet ist, sollten Sie sich nicht allzu sehr durch einen niedrigen Preis verlocken lassen. Ein Scooter, den Sie am Ende nicht nutzen, weil er nicht zu Ihnen passt, ist eine teure Fehlinvestition.

Wenn Sie aber bereits genau wissen, welches Modell Sie haben möchten, gibt es auch im Internet gute und verlässliche Bezugsquellen mit sehr attraktiven Preisen. Das Spektrum der Anbieter ist breit und umfasst Hersteller, Importeure, Händler und Sanitätshäuser. Unser Tipp für den Kauf im Internet lautet: Googeln sie nach dem Scooter Ihrer Wahl! Wenn sie problemlos einen deutschen Prospekt, die Betriebsanleitung und am besten auch noch eine Hotline oder einen Ersatzteilkatalog finden, dann können Sie guter Hoffnung sein, dass Sie auch noch in fünf Jahren kein Problem haben werden, ein defektes Kleinteil zu ersetzen.

Seriöse Fachhändler beraten kostenlos und ohne Druck

Wer Wert darauf legt, persönlich beraten zu werden, einzelne Fahrzeuge Probe zu fahren und nach dem Kauf einen guten Service in Anspruch nehmen zu können, ist beim Fachhandel am besten aufgehoben. Auch hier gibt es verschiedene Strukturen. Viele Sanitätshäuser haben inzwischen Scooter in ihrem Angebot, allerdings meistens nur einige wenige Modelle. Sollten Sie in der glücklichen Lage sein, dass Ihnen das Elektromobil von der Krankenkasse bezahlt wird, kommen Sie am Sanitätshaus kaum vorbei, weil nur die in der Regel direkt mit Ihrem Kostenträger abrechnen können.

Zahlreiche Hersteller und Händler haben ein mehrschichtiges Konzept aufgebaut. Zwar bieten auch sie meistens einen relativ kleinen Verkaufsraum an ihrem Stammsitz an, der Schwerpunkt liegt aber auf der Kundenbetreuung vor Ort. Dazu haben viele Anbieter ein bundesweites Netz aufgebaut, dass sie entweder mit eigenen Außendienstmitarbeitern oder kooperierenden Händler bedienen. Dazu gehören dann Produktvorführungen und die Beratung vor Ort, aber auch ein kurzfristiger Reparatur- oder Austauschservice, sollte das Elektromobil einmal eine Panne haben. Wenn Sie sich für ein solches Angebot interessieren, sollten Sie vor allem darauf achten, dass die Beratung kostenlos ist und der Anbieter Ihnen Zeit gibt, sich zu entscheiden.

 

Unser MOBITIPP

Erfahrene Nutzer und auch unsere Redaktion sind sich einig: Finger weg von allzu billigen Angeboten aus Fernost! Scooter sind Gebrauchsartikel, da nutzen sich Teile ganz unvermeidlich ab, und es geht beim alltäglichen Gebrauch auch mal was kaputt. Eine gute und sichere Ersatzteilversorgung und ein entsprechender Service sind deshalb wichtig. Schließlich soll der Scooter ja nicht Ihre Garage dekorieren, sondern Ihre Mobilität und Lebensqualität erhöhen. Dazu müssen Sie nicht den erstbesten Anbieter um die Ecke nehmen, aber Sie sollten auch nicht alleine nach dem Preis kaufen. Einen gewissen Qualitätsstandard können Sie von Fahrzeugen erwarten, für die eine CE-Kennzeichnung, eine TÜV-Bescheinigung und die Allgemeine Betriebserlaubnis vorliegen.

(Text: Jens Krümmel, Volker Neumann)

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