Wer die Alpen überqueren möchte, braucht Mut, Ausdauer und eine gute Vorbereitung. Wer die Alpen mit einem Elektrorollstuhl überqueren möchte, benötigt vermutlich noch ein wenig mehr davon. Genau dieses Abenteuer wagen die beiden Markenbotschafter Sandro und Iljaz von Freedom One Life im Rahmen des Projekts „Gipfelstürmer – Grenzenlos bergauf“.
Die beiden starten am Schloss Neuschwanstein und wollen mit ihren Series-5-Elektrorollstühlen über Österreich bis nach Italien fahren. Das Ziel ist das Stilfser Joch, der zweithöchste befestigte Gebirgspass Europas. Insgesamt warten rund 200 Kilometer und zahlreiche Höhenmeter auf die beiden.
Eine Reise mit vielen Unbekannten
Doch die Berge sind nur ein Teil der Herausforderung. Die eigentliche Geschichte beginnt schon viel früher. Sandro und Iljaz kennen sich bislang kaum. Trotzdem werden sie über mehrere Tage hinweg gemeinsam unterwegs sein, Entscheidungen treffen, Herausforderungen meistern und sich aufeinander verlassen müssen. Anders gesagt, werden sie die Tour nur erfolgreich bewältigen können, wenn sie ein Team werden.
Dazu kommt ein besonderes Konzept: An jedem Tag warten neue Aufgaben auf die beiden. Manche müssen sie gemeinsam lösen, andere alleine oder sogar gegeneinander. Gelingt dies nicht, drohen entsprechende Strafen. Welche das genau sind, wird erst unterwegs verraten. Fest steht aber schon jetzt: Die Tour soll nicht nur körperlich, sondern auch mental fordern. Das macht „Gipfelstürmer“ so interessant. Es geht nicht allein um die Frage, ob ein Elektrorollstuhl einen Alpenpass bewältigen kann. Vielmehr steht die Dynamik zwischen zwei Menschen im Mittelpunkt, die ihre Komfortzone verlassen und in kurzer Zeit zu einem funktionierenden Team werden müssen.
Auch die fehlende Barrierefreiheit gehört zum Abenteuer
Wer mit einer Behinderung reist, kennt die Herausforderungen: Nicht jedes Hotel ist barrierefrei, nicht jede Toilette zugänglich und nicht jede Strecke ohne fremde Hilfe zu bewältigen. Gerade in den Alpen kommen weitere Schwierigkeiten hinzu. Besonders eindrucksvoll sind die letzten Kilometer zum Stilfser Joch. Auf den letzten 15 Kilometern müssen die beiden Teilnehmer rund 2.000 Höhenmeter überwinden. Das ist eine enorme Belastung für Mensch und Material. Hinzu kommen wechselnde Wetterbedingungen, lange Tagesetappen und die Ungewissheit, welche Hindernisse unterwegs noch auftauchen.
Damit zeigt „Gipfelstürmer“ auch eine Realität, die viele Menschen mit Behinderung nur zu gut kennen: Mobilität bedeutet häufig Planung, Improvisation und die Bereitschaft, immer wieder neue Lösungen zu finden. Deshalb sind Sandro und Iljaz nicht allein unterwegs. Begleitet werden sie von einem kleinen Team, das sich um Organisation, Versorgung und Logistik kümmert. Ein enger Freund von Iljaz unterstützt ihn an den jeweiligen Zielorten, während Sandros Ehefrau Susanne die Versorgung und Organisation übernimmt. Ein Kamerateam dokumentiert die gesamte Reise.
Was können Mensch und Technik wirklich leisten?
Natürlich wird die Tour auch ein Härtetest für die beiden Series-5-Elektrorollstühle. Lange Tagesetappen, steile Anstiege und unterschiedliche Untergründe stellen hohe Anforderungen an die Technik. Gleichzeitig soll die Alpenüberquerung zeigen, welche Möglichkeiten moderne Mobilität inzwischen eröffnet. Doch gerade darin liegt die besondere Stärke des Projekts. Die Tour will kein Hochglanzbild zeichnen. Sie will zeigen, was möglich ist und gleichzeitig sichtbar machen, wo Menschen mit Behinderung im Alltag und auf Reisen noch immer an Grenzen stoßen.
Am Ende geht es deshalb um weit mehr als einen spektakulären Gipfel oder eine beeindruckende Kilometerzahl. „Gipfelstürmer“ ist ein Experiment über Vertrauen, Gemeinschaft und die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen. Ob Sandro und Iljaz das Stilfser Joch erreichen werden, weiß heute noch niemand. Sicher ist aber schon jetzt: Die Reise wird Geschichten schreiben – über Freundschaft, Durchhaltevermögen und darüber, dass manche Gipfel nicht aus Fels bestehen, sondern in den Köpfen der Menschen liegen.
Mehr zur Series 5 erfahrt ihr in unserem Review.