Neuer faltbarer Elektrorollstuhl: Mobilität trifft Fahrerlebnis

Der Freedomchair GT01 hat eine Höchstgeschwindigkeit bis zu 12 km/h

12 km/h sind für einen faltbaren Elektrorollstuhl eine Ansage. Beim Freedomchair GT01 geht es aber nicht allein um Geschwindigkeit: Allradfederung, kräftige Motoren und Straßenzulassung gehören ebenfalls zum Konzept. Ein Elektrorollstuhl also, bei dessen Entwicklung offenbar auch eine Frage eine Rolle gespielt hat: Darf Mobilität eigentlich Spaß machen?
Älterer Herr in einem Elektrorollstuhl, der einen Daumen hebt und offensichtlich mit hoher Geschwindigkeit unterwegs ist, der Hintergrund ist verwischt.
(c) Ackerblau OG
Der GT01 von Freedomchair verspricht viel Fahrspaß

GT? Da war doch was. Tatsächlich stehen diese beiden Buchstaben seit Jahrzehnten für „Gran Turismo“ und damit für eine Idee, die Autoenthusiasten von Marken wie Ferrari, Porsche oder Maserati kennen: Leistung soll nicht nur schnell machen, sondern gemeinsam mit Komfort ein besonderes Fahrerlebnis schaffen. Beim Freedomchair GT01 ist die Analogie durchaus beabsichtigt.

Denn während viele faltbare Elektrorollstühle mit einer Höchstgeschwindigkeit von 6 km/h unterwegs sind, schafft der GT01 bis zu 12 km/h. Für den entsprechenden Vortrieb sorgen zwei kräftige Elektromotoren. Wer das Tempo ausnutzt, muss allerdings mit einem höheren Energieverbrauch rechnen: Mit maximal drei Akkus sind bis zu 30 Kilometer Reichweite möglich. Damit ist der GT01 kein Reichweitenkönig, sein Schwerpunkt liegt eindeutig auf Performance.

Tempo allein macht noch keinen GT

12 km/h verändern das Fahrgefühl eines Elektrorollstuhls deutlich. Damit Geschwindigkeit aber auch Spaß macht, muss das Fahrwerk mitspielen. Große Räder und eine Federung an allen vier Rädern sollen Unebenheiten abfangen und für Komfort und ein souveränes Fahrverhalten sorgen. Freedomchair selbst bezeichnet den GT01 deshalb nicht nur als besonders schnell, sondern auch als besonders komfortabel.

Gleichzeitig bleibt das Modell dem Grundprinzip der Freedomchair-Familie treu: Der GT01 lässt sich zusammenfalten und damit vergleichsweise unkompliziert transportieren. So verbindet er Eigenschaften, die man von einem mobilen, faltbaren Elektrorollstuhl erwartet, mit einem deutlich dynamischeren Charakter.

Wenn Mobilität Spaß machen darf

Genau darin liegt der besondere Reiz des GT01. Bei Hilfsmitteln stehen verständlicherweise meist Funktion, Sicherheit und medizinische Notwendigkeit im Mittelpunkt. Der GT01 ergänzt diese Perspektive um etwas, das bei anderen Mobilitätsprodukten völlig selbstverständlich ist: Fahrspaß.

Das macht ihn nicht zum Elektrorollstuhl für jeden. Wer vor allem geringes Gewicht oder maximale Reichweite sucht, findet innerhalb der Freedomchair-Familie andere Spezialisten. Der GT01 richtet sich an Menschen, die gerne etwas flotter unterwegs sind und Wert auf Komfort und ein besonderes Fahrgefühl legen. Oder, um in der Sprache seines Namens zu bleiben: ein bisschen mehr GT eben.

Auf der IRMA in Hamburg hatten wir Gelegenheit, den GT01 schon mal in Augenschein zu nehmen. Hier ist unser Video.

Das Review eines anderen Modells von Freedomchair findet ihr hier.

 

Das muss man beim GT01 in Deutschland beachten

Der Freedomchair GT01 lässt sich wie jeder andere Elektrorollstuhl einfach und intuitiv über einen Joystick bedienen. Er beschleunigt stufenlos und zügig auf bis zu 12 km/h. Der Freedomchair bremst automatisch, wenn der Joystick in die Ausgangsposition zurückgebracht wird. Das erfolgt entweder manuell (um den Bremsvorgang zu kontrollieren) oder automatisch, wenn der Joystick einfach losgelassen wird. Für die Nutzung des GT01 ist in Deutschland weder ein Führerschein, noch ein Gurt oder Helm erforderlich. Allerdings muss der GT01 – so wie alle Fahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 6 km/h – versichert werden (Mofa-Kennzeichen).

(Text: Volker Neumann)

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